Mittwoch, 14. August 2019

Das Licht erlischt...

Ra

Das Licht erlischt, die Stimmen sinken,
die Dunkelheit verschlingt den Saal.
Die Töne fangen an zu ringen
und durch die Reihen fließt ein Strahl.

Ein Mädchen steht mit spröden Lippen
und kontrolliert die Gäste bald.
Es dreht nur schnell die zweite Kippe.
Der Abend draußen ist windig, kalt.

Den Saal betritt ein kühner Künstler,
der nun sein langes Lied beginnt.
Das Stück ist anfangs trist und düster,
damit das Glück am Schluss gewinnt.

Das Mädchen rollt jetzt schon die dritte
und grübelt über etwas nach;
Sei dies die Arbeit und die Sitten,
sei dies die Hoffnung, die zerbrach.

Samstag, 22. Juli 2017

Du bist von anderen umringt...

Katja M. S. B.

Du bist von anderen umringt;
Ich weiß, mein Weg ist nicht so eben.
Wenn man sich auf ihn begibt,
liegen 'rum nur laute Scherben.

Er führt uns trotzdem zum Altar
und entfernt das letzte Siegel,
dass nichts im All ein Zufall war,
und dass das Sein den Tod besiege.

Samstag, 1. Juli 2017

Ehe für alle

"Ehe für alle!" - heuchelte der Wind,
wo nämlich Scheidungen in Mode sind.

Freitag, 26. Mai 2017

Die Narren sollen weiter lästern...

Die Narren sollen weiter lästern,
für and're Themen sind sie dumm.
Ich bin zu müde mich zu bessern.
Der Weise schweigt und trinkt sein' Rum.

Donnerstag, 9. Februar 2017

И вот лежу, и вот мне скучно...

И вот лежу, и вот мне скучно,
плюю с презреньем в потолок.
И воздух спертый, жестко, скучно.
И ночь пошла на самотек.

Как за спиною, слышу шорох:
беседуют отец и мать.
Зима, февраль, мороз под сорок.
Собачий холод! Благодать!

Потом друзей мелькают лики,
друзей, и вот уж больше не друзей.
Одной единственной той блики
другой единственной честней.

И вот лежу, и сердце ноет,
и ночь за часом час бежит.
Усталость мне глаза прикроет,
и сон земной обворожит.

Montag, 28. November 2016

Ich sah kurz einen auf der Straße...

Ich sah kurz einen auf der Straße,
ein Ring im Ohr, zwei in der Nase...
Ich will ja nun nicht ängstlich klingen:
Das war gewiss der Herr der Ringe.

Montag, 7. November 2016

Herbst

Alles sehnt sich jetzt nach Ruhe,
Bäume werf'n die Blätter ab,
alles, was mit Kraft und Mühe
herrlich, prachtvoll blühte, starb.

Die Sonne glüht nun abends müde,
und Vögel suchen ein neu's Heim.

Als ob die Welt nicht leben würde,
aber nein. Zur Jahreszeit
erholt sie sich von ihrer Bürde,
von des Tages Eitelkeit.