Donnerstag, 11. August 2011

Lang- oder kurzfristige Ausrichtung (LTO)

Eine der Gaben des Menschen ist, dass ein Mensch nicht nur die Vergangenheit analysieren kann sondern auch seine Zukunft planen. Es wird gesagt, dass jeder auf dieser Erde individuell sei. Aber es gibt eine Menge Kategorien, die bestimmen, was einem wert ist und nach denen die Menschen unterschieden werden können. Eine solcher Kategorien bzw. Dimension ist die Fähigkeit, das Leben zu planen. In diesem Zusammenhang sind zwei Menschengruppen gegeben: diejenigen, die langfristig, und jene, die kurzfristig ausgerichtet sind. Die ganzen Kulturen können so auf eine oder andere Weise geprägt sein. Welche Vor- und Nachteile dadurch entstehen, kann an zahlreichen Beispielen ausgeführt und erläutert werden.
Als erstes behandle ich das Thema der Integration, wobei ich mich auf meine eigene Erfahrung stützen möchte. Ich kam nach Deutschland mit meinen Eltern aber zur Zeit wohne ich schon mehr als ein Jahr allein. Als wir noch in Russland waren, taten meine Eltern alles, um mich in der Zukunft zu versorgen. Später äußerte ich den Wunsch nach Deutschland zu gehen. Da alles für uns vorher anders entschieden war, hatte meine Familie ein Problem mit der Integration. Wir wohnten in einem Wohnheim statt einer Wohnung, die Eltern sind nach deutschen Gesetzen keine Rentner. Wir wussten nicht, was uns morgen erwartet. Damit war die vorherige Zeitplanung völlig zerstört. Und das ist auch die Stelle gewesen, auf der wir uns voneinander trennen mussten und die Entscheidung lag dabei am Charakterunterschied. Ich machte mir keine großen Pläne für meine Zukunft und war bereit mein Leben zu ändern. Meine Eltern bevorzugten dagegen die Stabilität.
Das zweite Problem, das ich benennen werde, ist jedem Studenten und Schüler bekannt. Man mag behaupten, dass langfristige Zeitplanung, zum Exempel vor einer Klausur, gut sei, weil man alles in kleineren Portionen lernen und vorbereiten kann und den ganzen Stoff nicht für die letzte Nacht bewahrt. Dies ist auch richtig aber die Flexibilität sollte trotzdem nicht verloren gehen, weil nichts sicher ist. Es kann zum Beispiel passieren, dass ein Student oder einer seiner Verwandten krank wird und der Student dem alten Plan nicht mehr folgen kann, dann muss er sich schnell einen anderen Weg überlegen die Schwierigkeiten zu überwinden. Sonst kommt er nervös zur Klausur, weil es anders abgelaufen ist, als es erwartet wurde, und verschlechtert sein Ergebnis. Die oben gestellte Problematik ist besonders wichtig für das Studienkolleg, weil alle aus verschiedenen Orten kommen und keiner weiß, was im Heimatsland geschehen kann.
Beim dritten Problem, das auch bei Studenten und später bei Absolventen erscheint und das ich beschreiben möchte, ist die Zeitplanung auch nicht die letzte Ursache. Es geht um die Berufswahl. Seit der Kindheit wird jeder belehrt, dass er in der Schule gut und fleißig sein muss und sich Gedanken darüber machen soll, was man in der Zukunft werden will. Das ist ein wichtiger Hinweis, weil einige bis dem letzten Moment keine Ahnung davon haben, was sie studieren wollen. Andererseits besteht immer die Gefahr, dass sogar mit einem erfolgreich abgeschlossenen Studium kein Arbeitsplatz zu finden ist. Es geschieht oft so, dass so viele ein viel versprechendes Fach studieren, dass das Angebot an Spezialisten viel größer als die Nachfrage ist. An diesem Beispiel kann man deutlich sehen, dass obwohl man immer ein Ziel vor sich haben soll, nicht alle Hoffnungen in dies setzen darf.
Man sollte immer darüber nachdenken, was man ist, was man werden will und was dafür zu schaffen ist, weil das, wie gesagt, ein besonderes Gut, das der Mensch besitzt, ist. Jedoch sind viele Zwischenziele besser zu vernachlässigen, weil kein Mensch hellsehen kann. Auf jeden Fall ist die Auskunft mit der Problematik sehr hilfreich, da viele verborgene Probleme und ihre Lösungen damit gefunden werden können.

13.04.2011