Sonntag, 21. August 2011

"Der Zauberlehrling" von Johann Wolfgang von Goethe. Lesetagebuch. Teil 2. Das Balladenjahr

1797 wurde als Balladenjahr bezeichnet. Dem Jahr hat Schiller den Namen gegeben1, weil Deutschland aus Werken von Schiller und Goethe in diesem Jahr eine neue Literaturgattung bekommen hat, und selbst die Ballade eine neue Bedeutung gekriegt hat.
Die Balladen waren schon lange vorher bekannt. Das Wort stammt aus romanischen Ländern von lateinischem ballare (tanzen) und so wurden Tänze genannt, bei denen ein Gedicht vom Tanzenden gesungen wurde. Im 14. Jahrhundert verliert der Begriff "Ballade" die Bedeutung von einem Tanz aber sie ist weiterhin ein gesungenes Gedicht.2
Seit 1797 beschäftigte sich die beiden großen Dichter mit Studien von antiken Klassikern. Das hat zur Folge eine Diskussion über Inhalt und Form eines literarischen Werkes, "besonders über das Wesen des Epischen und Dramatischen."3 Danach ging es mit Schreiben von Balladen los. Eine Ballade enthält in sich mehrere Arte von Literatur. Das ist eine Erzählung, die in der Form eines Gedichtes aufgebaut ist. Sie ist einem Märchen ähnlich, das im übertragenen Sinnn eine große Bedeutung hat. Und diese Märchen, diese Geschichten, mit Helden, Hexen, Rittern, Königen sind auch aktuell in der Zeit der Infrormation und der Technologie.
Die Balladen sind neue Poesie, da die eine Gattungsmischung aus allen "drei Grundarten der Poesie" sind, "lyrisch, episch, dramatisch beginnen und, nach Belieben die Formen wechselnd, fortfahren"4. "Lyrische Dramen, dramatischen Novellen oder episches Theater sind unbestreitbar Begriffe der neueren Poetik."5 Darin gibt es viele Gefühle, Handlungen, Hoffnungen, Leid und dann am Ende eine Kulmination mit der Lösung des Problems, vor dem der Autor den Leser stellt.
"Balladendichtung. Ein Stück Welt öffnet sich, in dem es dröhnt von dem Hufschlag anstürmender Pferde, Rüstungen blitzen, herrische Rufe werden laut, es gibt nur Sieg oder Tod im Zusammenprall, aber über dem Sterbenden noch steht das Ziel, dem er treu blieb, und der einzelne wird zu einem aud der Schar der ewig männlichen Kämpfer."6
Im 1797 von Goethe  wurden geschrieben: "Der Schatzgräber", "Die Braut von Corinth", "Der Gott und die Bajadere" und "Der Zauberlehrling"; von Schiller: "Der Ring des Polykrates", "Der Taucher", "Der Handschuh" und "Die Kraniche des Ibykus".
Eine Ballade besteht aus gereimten Strophen und kann, wie ein Lied, einen Refrain haben.
Die Balladen wurden auch später entwickelt, z. B. sozialkritische Balladen von Heinrich Heine. Dann folgen neue Balladen im 20. Jahrhundert, die auch satirisch sein konnten. In manchen Ländern entstanden Balladen in Form der Volkslieder.7

1 Programm zu Schillers Geburtstag 1997 "Dieses ist nun einmal das Balladenjahr...". [online - Stand: 21.08.2011]. s.: http://www.schiller-institut.de/seiten/schill97.htm
2 Ballade. [online - Stand: 21.08.2011]. s.: http://www.buecher-wiki.de/index.php/BuecherWiki/Ballade
3 Programm zu Schillers Geburtstag 1997 "Dieses ist nun einmal das Balladenjahr..."
4 Goethes Werke. Hamburger Ausgabe, Bd. 1, hrsg. von Erich Trunz, Hamburg 41958, S. 400.
5 Walter Müller-Seidel, "Die deutsche Ballade. Umrisse ihrer Geschichte", in: Wege zum Gedicht, Bd. 2: Interpretationen von Balladen [...], hrsg. von Rupert Hirschenauer und Albrecht Weber, München/Zürich 1963, 21968, S. 19 f.
6 Wolfgang Kayser, Geschichte der deutschen Ballade, Berlin 1936, 21943, S. VII.

Freitag, 19. August 2011

"Der Zauberlehrling" von Johann Wolfgang von Goethe. Teil 1. Berühmte Zeitgenossen Goethes

Immanuel Kant (1724 - 1804)
Goethe schätzte Kants "Kritik der Urteilskraft" lebenslang sehr hoch und empfahl das Werk zu studieren.1
Kant trennte die empirische Welt, die Phänomene, von der Welt der Dinge an sich, der Noumenon, und behauptete, dass die menschliche Vernunft die Grenzen der sinnlich erfahrbaren Welt nicht überschreiten könnte. Unsere Kenntnisse können nach Kant nur empirisch bekommen werden und dann mit Denken bearbeitet werden.2 Philosophie ist sehr praktisch für Kant. Eine große Rolle spielten Moral und Sittlichkeit für ihn. Seine From der Ethik ist als kategorischer Imperativ geäußert: "Handle so, daß die Maxime deines Willens jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könne."3
Georg Wilhelm Friedrich Hegel (1770 - 1831)
Für Goethe gibt es nur die einzige Idee und alle anderen Sachen, die wir sehen, an die wir denken, über die wir reden, sind nur Manifestationen von dieser Idee. Alle pluralische Sachen haben eine Ursache.4
Dieser Gankengang ist sehr nah zur Philosophie von Hegel, der der wichtigste Philosoph des deutschen Idealismi war. "Hegel glaubte, dass der objektive, bzw. absolute Geist alles sei, was real ist."5
Johann Gottlieb Fichte (1762 - 1814)
Fichte und Goethe kannten einander und schrieben aneinander. Goethe interessierte sich für Fichte nicht als für Philosoph sondern als für Naturforscher und war von Johann Gottlieb im Bereich der Naturansichten beeinflusst.6
Fichte schrieb Werke sowohl über Politik und Gesellschaft als auch über Wissenschaftslehre.
Wolfgang Amadeus Mozart (1756 - 1791)
Goethe führte mehrmals Mozarts Opern auf.7
Mozart war Genie. In kürzer Zeit schrieb er immer mehr Werke. Er machte Musik für alle Musikgattungen, aber besonders für Klavier.8
Ludwig van Beethoven (1770 - 1827)
Beethoven und Goethe sind im Jahre 1812 zusammengetroffen und hatten dann freundschaftliche Beziehungen zueinander. Beethoven hat einige von Goethes Gedichten, u. a. "Egmont", vertont.9
Beethoven hat die Rolle des Komponisten geändert: "Der Komponist wurde nicht mehr als jemand gesehen, der Auftragsarbeiten ausführt..., sondern als Künstler..."10

1 Kant und Goethe. [online - Stand: 19.08.2011]. s.: http://www.textlog.de/35734.html
2 Morris Tom: Philosophie für Dummies. mitp-Verlag, Bonn, 2003, S. 272, 1. Auflage.
3 Ebd.: 125.
4 Goethes Weltanschauung Goethe und Hegel. [online - Stand: 19.08.2011]. s.: http://anthroposophie.byu.edu/schriften/006.pdf
5 Morris, 2003: 272.
6 Golz/von Engelhardt, Schriften der Goethe-Gesellschaft/71. Band/Goethes Fichtestudien, 2004, Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger Weimar GmbH & Co.(www.metzverlag.de)
7 Osten, Manfred: "Zwischen allen Stühlen" Mozart und Goethe - Fußnoten nur Zeitgenossenschaft. [online - Stand: 19.08.2011]. s.: http://mozartoper.at/content/view/59/56/lang,de/
8 Liebl, Brigit: Wolfgang Amadeus Mozart - zum 250. Geburtstag, Ispirazione. [online - Stand: 19.08.2011]. s.: http://www.horizonte.com/en-german-courses/community-photos/language-corner/mozart
9 Johann Wolfgang Goethe (1749 - 1832) Egmont mit Musik von Ludwig van Beethoven (1770-1827). [online - Stand: 16.02.2010]. s.: kulturprojekte.com/projektinfos/literatur/egmont.html
10 Hausaufgaben & Referate Übersicht: Ludwig van Beethoven. [online - Stand: 19.08.2011]. s.: http://www.paperboy.de/referatanzeigen-48.html

Montag, 15. August 2011

Von Gerüchten

Ich bekam gestern eine SMS von einem bekannten Mädchen mit der Frage, ob das wahr sei, was gesagt werde, dass ich das Studium an der theologischen Fakultät aufnehmen würde. Und das Gerücht stammt von einem Menschen, mit dem ich in der letzten Zeit von meinem Studium gar nicht sprach. Und so war's immer: ich erfahre vieles Neues, was ich vorher von mir gar nicht ahnte, von fremden Menschen. Und das Übelste an diesem ist, dass das Interessanteste über mein Leben, kriege ich als Letzter mit... was ich studieren, wen ich heiraten werde... die wichtigsten Fragen, die mein trübes Schicksal bestimmen... Alles als Letzter... Das Studium der orthodoxen Theologie in München... ich.. oh, armer Philosoph.
 Lass die Leute reden und hör einfach nicht hin,
die meisten Leute haben ja gar nichts Böses im Sinn.
Es ist ihr eintöniges Leben, was sie quält
und der Tag wird interessanter, wenn man Märchen erzählt.
(Lass die Leute reden - die Ärzte)

Donnerstag, 11. August 2011

Lang- oder kurzfristige Ausrichtung (LTO)

Eine der Gaben des Menschen ist, dass ein Mensch nicht nur die Vergangenheit analysieren kann sondern auch seine Zukunft planen. Es wird gesagt, dass jeder auf dieser Erde individuell sei. Aber es gibt eine Menge Kategorien, die bestimmen, was einem wert ist und nach denen die Menschen unterschieden werden können. Eine solcher Kategorien bzw. Dimension ist die Fähigkeit, das Leben zu planen. In diesem Zusammenhang sind zwei Menschengruppen gegeben: diejenigen, die langfristig, und jene, die kurzfristig ausgerichtet sind. Die ganzen Kulturen können so auf eine oder andere Weise geprägt sein. Welche Vor- und Nachteile dadurch entstehen, kann an zahlreichen Beispielen ausgeführt und erläutert werden.
Als erstes behandle ich das Thema der Integration, wobei ich mich auf meine eigene Erfahrung stützen möchte. Ich kam nach Deutschland mit meinen Eltern aber zur Zeit wohne ich schon mehr als ein Jahr allein. Als wir noch in Russland waren, taten meine Eltern alles, um mich in der Zukunft zu versorgen. Später äußerte ich den Wunsch nach Deutschland zu gehen. Da alles für uns vorher anders entschieden war, hatte meine Familie ein Problem mit der Integration. Wir wohnten in einem Wohnheim statt einer Wohnung, die Eltern sind nach deutschen Gesetzen keine Rentner. Wir wussten nicht, was uns morgen erwartet. Damit war die vorherige Zeitplanung völlig zerstört. Und das ist auch die Stelle gewesen, auf der wir uns voneinander trennen mussten und die Entscheidung lag dabei am Charakterunterschied. Ich machte mir keine großen Pläne für meine Zukunft und war bereit mein Leben zu ändern. Meine Eltern bevorzugten dagegen die Stabilität.
Das zweite Problem, das ich benennen werde, ist jedem Studenten und Schüler bekannt. Man mag behaupten, dass langfristige Zeitplanung, zum Exempel vor einer Klausur, gut sei, weil man alles in kleineren Portionen lernen und vorbereiten kann und den ganzen Stoff nicht für die letzte Nacht bewahrt. Dies ist auch richtig aber die Flexibilität sollte trotzdem nicht verloren gehen, weil nichts sicher ist. Es kann zum Beispiel passieren, dass ein Student oder einer seiner Verwandten krank wird und der Student dem alten Plan nicht mehr folgen kann, dann muss er sich schnell einen anderen Weg überlegen die Schwierigkeiten zu überwinden. Sonst kommt er nervös zur Klausur, weil es anders abgelaufen ist, als es erwartet wurde, und verschlechtert sein Ergebnis. Die oben gestellte Problematik ist besonders wichtig für das Studienkolleg, weil alle aus verschiedenen Orten kommen und keiner weiß, was im Heimatsland geschehen kann.
Beim dritten Problem, das auch bei Studenten und später bei Absolventen erscheint und das ich beschreiben möchte, ist die Zeitplanung auch nicht die letzte Ursache. Es geht um die Berufswahl. Seit der Kindheit wird jeder belehrt, dass er in der Schule gut und fleißig sein muss und sich Gedanken darüber machen soll, was man in der Zukunft werden will. Das ist ein wichtiger Hinweis, weil einige bis dem letzten Moment keine Ahnung davon haben, was sie studieren wollen. Andererseits besteht immer die Gefahr, dass sogar mit einem erfolgreich abgeschlossenen Studium kein Arbeitsplatz zu finden ist. Es geschieht oft so, dass so viele ein viel versprechendes Fach studieren, dass das Angebot an Spezialisten viel größer als die Nachfrage ist. An diesem Beispiel kann man deutlich sehen, dass obwohl man immer ein Ziel vor sich haben soll, nicht alle Hoffnungen in dies setzen darf.
Man sollte immer darüber nachdenken, was man ist, was man werden will und was dafür zu schaffen ist, weil das, wie gesagt, ein besonderes Gut, das der Mensch besitzt, ist. Jedoch sind viele Zwischenziele besser zu vernachlässigen, weil kein Mensch hellsehen kann. Auf jeden Fall ist die Auskunft mit der Problematik sehr hilfreich, da viele verborgene Probleme und ihre Lösungen damit gefunden werden können.

13.04.2011

Dienstag, 9. August 2011

Roman "Die Fische von Berlin" von Eleonora Hummel

Untersuchen und bewerten Sie ausgehend von Ihrer Lektüre das "Leitmotiv des Messers"
(vgl. S. 17ff, 20, 36f, 43, 44, 53, 65f, 80, 83, 99, 128, 133, 144, 147, 149, 152, 213f.)!

Im Buch "Die Fische von Berlin" von Eleonora Hummel geht es um ein Mädchen aus einer russlanddeutschen Familie, das alles von ihren Vorfahren wissen will. Eines Tages entdeckt dieses Mädchen, Alina, die verblüffende Gewohnheit ihres Großvaters mit einem Messer unter seinem Kissen zu schlafen. Diesem Messer begegnet man im Laufe des Buches immer wieder.
Alina fand das Messer, als sie eine Aufgabe von ihrer Großmutter bekam, die Betten im Schlafzimmer Alinas Großeltern zu machen. Die Enkelin dachte zunächst, dass das Messer in die Küche gehört. Aber die Großmutter befahl, es unter das Kissen zurückzulegen und sagte, dass dieses Messer gut gegen Großvaters Krankheiten sei. Alina machte das aber nicht. Alles schien ein rätselhaftes Geheimnis zu sein. Sie befragte alle Verwandten und keiner sagte etwas. Die Enkelin versuchte viel später, als ihre Familie außer den Großeltern in den Kaukasus zog, das Messer zurückgeben aber Großvater überließ es ihr und versprach später Alles zu erklären. "Das Messer hat eine Vorgeschichte."
Das Messer kaufte Großvaters Bruder, Konrad, als der Großvater nach Großen Säuberungen in sein Dorf zurückkam "... und wenn es nur ein Kampfmesser ist, lebend kriegen sie mich nicht noch mal" - sagte Konrad damals. Der Großvater antwortete, dass er seinem Bruder das Messer schenkt. Später wurden die beiden Brüder verhaftet und in die Trudarmija geschickt. Konrad ritzte dann die Initialen seines Namens auf dem Messer und gab es dem Großvater, weil Konrad eine Familie hatte und sich nicht töten durfte. In der Tat war Konrad Alinas Großvater, er ist aber verschwunden.
Konrad Bachmeier wollte sich mit dem Messer töten, um Leiden zu vermeiden, wenn er verhaftet wird. Dieses Taschenmesser ist Symbol seines Lebens. Und er schickt es seinem Bruder mit der Hoffnung, dass der Großvater Konrads Leben fortsetzen bzw. ersetzen kann. Eine Waffe kann auch ein Schutz für das Leben sein. Der Großvater bekam deswegen mit dem Messer die Verantwortung für eine fremde Familie. Mit dem Messer kann man auch jagen und seine Familie mit Brot sichern. Der Großvater musste mit der Frau seines Bruders zusammenleben. Wahrscheinlich legte er das Messer deswegen unter sein Kissen, um sich ständig an seinen Bruder zu erinnern.
Und als endlich die ganze Geschichte erzählt wurde, bekam Alina das Messer, damit das Leben dieser Familie nich beendet wird.
Ein Messer kann nicht schlecht oder gut sein. Mit einem Messer kann man Brot schneiden und mit demselben Messer auch Menschen töten. Der Großvater musste seine ganzes Leben Entscheidungen treffen, wie er sich verhalten soll und dabei konnte ihm des Bruders Messer helfen.

Freitag, 5. August 2011

Interpretieren Sie, welche Aussage das Lied "Letzter Tag" besitzt

Die formale Analyse soll besser geschrieben werden - das ist meine Schwäche. Mein Deutschlehrer hatte Recht, sie war "angehängt", eher gesagt, gleich vor der Abgabe geschrieben.

Das vorliegende Lied "Letzter Tag" ist vom deutschen Musikproduzenten, Sänger und Schauspieler aus Göttingen, Herbert Grönemeyer, geschrieben worden. Es erschien im Jahr 2002 im Album "Mensch".
Am Beginn des Liedes hört man eine langsame, traurige Musik, die eine Reihe tiefer Fragen zum Leben begleitet, wie zum Beispiel: "Lohnen sich die Gefühle?", "Warum wacht man auf?" und "Was heilt die Zeit?". Schon an dieser Musik und diesen Fragen kann man erkennen, dass die unglückliche Liebe das Hauptmotiv des Werkes ist.
Diese Fragen sind kaum zu beantworten aber der Hörer wird mit der Erwartung erfüllt, eine Antwort des Autors auf einige von denen zu bekommen. Andere sind ihrerseits deutlich rhetorisch. So benötigt die Frage "Weiß man, wie oft ein Herz brechen kann?" keine Antwort.
Dann ändert sich die Musik, sie wird sicherer, lebendiger und beweglicher, und es folgen die Worte, die im Laufe des Liedes immer wieder wiederholt werden:
Ich bin dein siebter Sinn,
Dein doppelter Boden,
Dein zweites Gesicht.
 Und das ähnelt sich schließlich dem Ruf eines einstmals vollkommenen Menschen, eines Androgyns, der seinen zweiten, d. h. weiblichen Teil verloren hat. Dieses Wortspiel: " Ich bin dein..." klingt wie "Ich bin ein Teil von dir" und wiederholt sich ständig.
Danach kommen die Zeilen, die auch mehrmals gesungen werden. Nur in der vorletzen Strophe werden die beiden letzen Verse weggelassen, da sie durch die letzte Strophe ersetzt werden, die ihre Bedeutung vervollständigt und erläutert. In der dritten Stroßhe wird die Hoffnung hervorgehoben. Eine kluge, sichere bzw. gute Prognose ist doch eine Prognose, die die Sicherheit und Glückseligkeit hervorsagt. "Ein Leuchtstreifen aus der Nacht ist die notwendige Hilfe, mit der man sogar nachts ein bisschen sehen kann.
Im folgenden äußert Grönemeyer immer stärker das Vertrauen zu seiner Liebe und das Wollen keine Geheimnisse vor ihr zu haben: "Verrat dir alle Geheimzahlen". Er verspricht alles für seine Gefährte zu tun, ihr ein neues Leben zu schenken, es "auf einem goldenen Tablett" zu servieren. Und das spricht dafür, dass sie ihn aus dem Albtraum es Lebens rettet:
Du holst mich aus dem grauen Tal der Tränen,
Lässt alle Wunder auf einmal gescheh'n.
 In der letzten Strophe wird dem Hörer besonders deutlich verraten, dass die Frau, an die der Autor sich wendet, gar nicht da ist. Sie ist nur ein Ideal. Viermal wird gesagt: "Ich finde dich" aber der letzte lautet: "Ich finde dich oder nicht". Der Autor deutet damit an, dass seine Suche nach seinem zweiten "Ich" vielleicht gar kein Ergebnis haben kann. Aber er sieht in dieser Suche offensichtlich den Sinn seines ganzen Lebens und will sie niemals aufgeben.
Der Text des Liedes ist sehr reich an Anaphern: "Ich finde dich" in der letzen Strophe oder "Kannst sie..." in der vierten. Man findet auch eine ganze Menge von Allegorien, z. B.:
Ich bin dein siebter Sinn,
Dein  doppelter Boden,
Dein zweites Gesicht.
 oder:
Du bist eine gute Prognose.
Das Prinzip Hoffnung...
 Man stößt ferner auch auf Hyperbeln: "Wie viele Tränen passen in einen Kanal?" und "Tal der Tränen".
Eine "kluge" Prognose kann als eine Personifikation gelten.
Meiner Meinung nach ist das Lied ein schönes Beispiel eines Textes, in dem moderne Wörter wie "sportlichster Wagen" vorkommen und ein ewiges und tiefes Gefühl der Liebe geäußert wird. Es vereinigt die Klassik mit dem Modernismus.